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HC MERAN
13/04/2021
2 : 3
GUEST
SV KALTERN
SPIEL 4 DER FINALSERIE GENGEN DEN HC MERAN AM DONNERSTAG 15.04.2021 UM 20:30 UHR

It´s Playoffs Baby!!!

 

Endlich! Nach langem Warten, nach vielen Unterbrechungen, nach vielen Spielen hat die 5te Jahreszeit begonnen: die Playoffs! Natürlich, es werden heuer andere Playoffs werden. Die Menschenansammlungen in den Stadien wird es nicht geben. Eine dezimierte Anzahl von Zuschauern mit gesetzlich festgelegten Abständen wie zu Beginn der Saison wird es nicht geben. Spiele vom Restaurant aus wird es, im Moment zumindest, ebenfalls nicht geben. Es wird auch kein Trommelwirbel, keine Fangesänge, keinen tosenden Applaus, kein Grölen und keine Jubelstürme geben. Auch die Jugendspieler werden dieses Jahr nicht mit ihren Idolen zu Beginn der Spiele einlaufen können und die Atmosphäre aufsaugen können...

Doch es wird immerhin Eishockey geben. Etwas, das anderen Sportarten im Moment total verwehrt bleibt. Und es wird Playoff-Eishockey geben. Ist denn Playoff -Eishockey so viel anders? Ja, das ist es! Playoff ist Eishockey in der Endphase. Es ist der Moment, auf den du als Spieler die ganze Saison mit einem Auge hingeschielt hast. Es sind die Spiele, auf  welche du dich das ganze Jahr über vorbereitet hast. Es ist der Augenblick, an dem die ganze Saison noch mal überworfen werden kann. Es sind nicht "nur" mehr irgendwelche Spiele. Denn: "It‘s Playoffs, Baby"!!

 

Die ganze Meisterschaft hinweg hat der Trainer versucht in der Mannschaftsaufstellung die perfekte Mischung zu finden. Vorne wie hinten. Er hat versucht verschiedenste Spieler miteinander auf dem Eis auszuprobieren. Er hat geschaut wer sich ergänzt, wer gut miteinander harmoniert, wer zusammenpasst. Die ganze Meisterschaft hat der Trainer versucht die Spieler körperlich und mental aufzubauen. Man hat Spielsysteme durchgespielt, Taktiken wieder verworfen. Manchmal ist man aggressiv mit drei Mann ganz tief im gegnerischen Drittel gestartet, manchmal hat man sich eher defensiv aufgestellt und sich eher etwas zurückgenommen. Der Trainer hat versucht seine Spieler zu verstehen, in Einzelgesprächen, in Videoanalysen. Er hat versucht sie besser zu machen, sie in das Spielsystem zu integrieren und hat sie immer wieder Bewegungsabläufe und Stellungsspiel wieder holen lassen, bis die Spieler es im Hinterkopf abgespeichert und automatisiert haben.

Die Spieler ihrerseits haben versucht in jedem Training ihr Bestes zu geben. Sie haben versucht die Philosophie des Trainers zu verstehen, seinen Anordnungen zu folgen. Das ganze Jahr über haben sie an ihrer Ausdauer gearbeitet, haben Gewichte gestemmt, haben auf vieles verzichtet und versucht auf dem Eis alles zu geben um die Spiele zu gewinnen. Sie haben Schmerzen ausgehalten, haben sich nach Verletzungen wieder aufgerafft, haben Tests und Untersuchungen über sich ergehen lassen. Sie sind zu den Trainings gekommen, haben sich körperlich und mental darauf vorbereitet. Sie haben auf vieles verzichtet, haben Zeit und Energie investiert um bei jedem Training und jedem Spiel dabei sein zu können und besser zu werden.

Und alles mit Hinblick auf diesen Moment: die Playoffs. Und in den Playoffs kann alles passieren. In der Meisterschaft kann man es als letzte Mannschaft im letzten Spiel durch einen erkämpften Punkt gerade noch in die Playoffs schaffen und dann am Ende die Meisterschaft gewinnen. Erinnert das zufällig jemand an etwas? In den Playoffs kann man als dominierende Mannschaft und als absoluter Top-Favorit starten und bereits in der ersten Runde im Viertelfinale sang und klanglos untergehen. Kommen hierbei vielleicht bei einigen Erinnerungen hoch? Denn in den Playoffs kann alles passieren! 

Das ist der Moment, in denen sich zeigt wie viel eine Mannschaft wert ist. Das ist der Moment, in den sich zeigt wieviel jeder Spieler wert ist. Jedes Playoff hat seine Verlierer und seine Gewinner, seine Opfer und seine Helden. Meistens entscheiden Kleinigkeiten ein Spiel. Einen Gegner gut decken, den Puck aus der eigenen Zone zu befördern, den Schläger zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben. Manchmal bedarf es eines Energieanfalles. Eines tollen Solos, eines abgeblockten Schusses oder einer tollen Parade.

Playoff Eishockey ist anders. Auch zuhause. Die Mütter, Frauen und Freundinnen werden hier kurz die Augen nach oben ziehen, lächeln,  und mit einem tiefen Seufzer nicken. Denn auch ihre Kinder, Männer und Freunde sind in dieser Zeit anders. Aufgeregter, angespannter, verletzlicher. Penibel wird auf jedes Detail und jedes Ritual geachtet. Es gibt Spieler, die ziehen zu jedem Spiel dasselbe an, Essen dasselbe, stehen um dieselbe Uhrzeit auf und versuchen sogar untertags denselben Ablauf beizubehalten. Es wird gekopft, gegrübelt und analysiert. Die Spieler sind in dieser Zeit mental gestresst. Sie stehen unter Strom und haben nach einem Spiel keine Woche um sich wieder zu beruhigen und zu sammeln. Denn in zwei bis drei Tagen kommt das nächste Spiel. Man hat eigentlich gar keine Zeit zum Nachdenken und ist trotzdem den ganzen Tag mit den Gedanken beim letzten Spiel und gleichzeitig beim nächsten. Der Bart kann in dieser Zeit auch nicht rasiert werden. Das ist ein historischer, ja fast schon heiliger Brauch! Der Druck bleibt genauso wie das Adrenalin ständig auf einem gewissen Pegel. Die Anspannung ist manchmal schier unerträglich und so manche Partnerin oder Mutter würde ihre bessere Hälfte oder ihr Kind an so manchen Tagen am liebsten direkt wieder in die Kabine schicken da seine ganze Aufmerksamkeit eh dort ist. 

 

Playoffs sind nichts für schwache Nerven. In den Playoffs zeigt sich, wer nicht bereit ist, wer vielleicht unter Druck nie bereit sein wird und wer in diesem Moment noch eine Schippe drauf packen kann und Verantwortung übernimmt. In den Playoffs zeigt sich, wer voran schreitet, wer es den anderen vormacht, wer ein Anführer ist. Denn es ist der Moment, in dem Geschichte geschrieben wird. Und für heuer, endlich, ist dieser Moment wieder da!!

 

Auf geht´s Hechte!!

Auf geht´s Kaltern!!